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Winzige Gallmilben – deutliche Symptome

Sie bekommen von Ihren Kunden häufig Fragen gestellt, die Sie aus dem Effeff beantworten sollten. In dieser Serie gibt Ihnen campos dafür die wichtigsten Infos und Tipps.

Gallmilben gehören wie andere im Garten verbreitete Milbenarten (Spinnmilben, Weichhautmilben) zu den Spinnentieren. Im Gegensatz zu ihren achtbeinigen Kollegen besitzen Gallmilben nur zwei vordere Beinpaare. Mit einer Größe von nur 0,2 mm sind sie nur mit Mikroskop in ihrer Feinstruktur zu erkennen. Gallmilben können artabhängig viele gartenbauliche Kulturen und Gehölze schädigen. Ihr Symptomspektrum ist größer, als der Name „Gall“-Milbe vermuten lässt. Namensgebend sind die bei vielen Gehölzen auftretenden Gallen, die teils pockenartig (Erlengallmilbe, Ulmengallmilbe) bis stiftartig (Lindengallmilbe) auftreten, zudem nicht selten deutlich rot gefärbt sind (Hörnchengallmilbe an Ahorn). Blattunterseits auftretende filzige Strukturen wie an Linde, Buche oder Pfaffenhütchen sind häufig durch Gallmilben bedingt. Kugelig angeschwollene Knospen können ebenfalls ein Hinweis auf einen Gallmilbenbefall sein. Bekannte Beispiele dafür sind Haselnuss, Eibe oder Johannisbeere. Weitere Symptome sind deutliche Kräuselungen der gesamten Blattspreite (an Hainbuche), eng eingerollte Blattränder (an Buche oder Linde) oder auch filzig weiße Blattadern (an Buche). Bedingt durch die Saugtätigkeit der Tiere wird die Pflanze in ihrem Wachstum dazu angeregt, Gallen, Aufwölbungen, haarigen Filz oder andere Formen zu bilden, in denen die Tiere gut geschützt leben können. Hinsichtlich der Biologie verhalten sich die Gallmilben recht einheitlich. Die Überwinterung erfolgt im Regelfall in Knospenschuppen oder hinter der Borke. Zum Laubaustrieb kommen die Tiere hervor und besiedeln die jungen Blätter, induzieren die „Gallen“ und leben in diesen dann bis etwa in den Sommer. Bereits ab Juli wandern sie zu den neuen Winterlagern. So sind im Spätsommer durchaus noch Symptome an den Blättern erkennbar, Tiere sind darin aber nicht mehr nachzuweisen. Befallene Blätter sind also bereits bis zum Sommer zu entfernen, um das Auftreten im nächsten Jahr zu reduzieren. Diese Maßnahme nur zum Herbst wäre wenig effektiv. Der Einsatz von geeigneten Pflanzenschutzmitteln ist ebenfalls möglich. Es bestehen derzeit für den Hausund Kleingarten ausschließlich Zulassungen gegen Gallmilben an Himbeeren und Brombeeren (Kiron/ Fenpyroximat) sowie an Obstkulturen (Micula/Rapsöl). Bekannt ist die Nebenwirkung von Schwefel, einem sonst klassischen Fungizid, gegen Gallmilben, das kulturabhängig auch mit eingesetzt werden kann. Unter anderem liegt eine Zulassung für Zierpflanzen im Freiland vor. Vor einer Bekämpfung ist jedoch diagnostisch zu prüfen, ob überhaupt ein Gallmilbenbefall vorliegt, da aufgrund der geringen Größe der Tiere rasch Verwechslungen mit anderen Schaderregern möglich sind.

Text und Bild: Thomas Lohrer Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan (FGW) an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT)


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