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Ausgebrannt sein (1): Wenn Körper und Seele streiken
Der Begriff „Burnout“ (engl. to burn out = ausbrennen) ist mit vielen Vorurteilen belastet: Das ist etwas für sensible Menschen, die wenig stressresistent sind, die sich hängen lassen und für ihre Unlust ein Modewort gefunden haben. „Das kann mir nicht passieren“, denken viele Menschen. In einer Leistungsgesellschaft kann und will man Schwächen nicht zugeben. Und macht so lange weiter, bis Körper und Seele streiken.
Nie hätte Karl-Heinz Moser gedacht, dass er mit dem Begriff „Burnout“ konfrontiert werden würde. Der ehemalige Geschäftsführer von Greenprofi in Nürtingen hat viel und gerne gearbeitet. Er hatte das Unternehmen gegründet, betrieb nebenbei einen Saatguthandel und fühlte sich in der Lage, auch noch eine dritte Firma zu managen, wie er oft scherzhaft sagte. Keine Spur von dem Gefühl, ausgebrannt zu sein. Nur ab und zu litt er unter Atemnot, irgendwann kamen Schlafstörungen dazu. „Ich habe es auf den Stress geschoben, es mit pflanzlichen Mitteln versucht und auf den nächsten Urlaub gehofft“, erinnert sich Moser. Trotz des Schlafmangels fühlte er sich gut – bis zu dem Sonntag, an dem er sich eigentlich mit Freunden zum Fahrrad fahren treffen wollte. „Ich war den ganzen Tag schon hibbelig und nervös, mein Ruhepuls war bei 160. Ich hatte Angst, einen Herzinfarkt zu bekommen – und dann weitete sich das Ganze zu einer Panikattacke aus.“ Seine Frau holte den Notarzt, der ihm Blutdruck senkende Mittel gab. Im Krankenhaus wurde Moser von Kopf bis Fuß durchgecheckt und nach zwei Stunden wieder nach Hause geschickt, mit dem Rat, sich beim Hausarzt intensiv untersuchen zu lassen. Körperlich sei alles in Ordnung, befand der Arzt, die Symptome seien wohl stressbedingt.
Den gesamten Artikel lesen Sie in der Printausgabe von campos, 02/2010
