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Hirschwurz-Haarstrang - Peucedanum cervaria

Das Jahr geht zur Neige, im Garten wird es ruhig und ich überlege, welche winterliche Schönheit ich Ihnen in der Dezemberausgabe empfehle. Bei einem Gang durch den Garten fällt mein Blick auf einen Doldenblütler – die Hirschwurz – fein strukturiert und in der kalten Morgensonne von Rauhreif überzogen besonders wirkungsvoll.

Herkunft und Name: Beim Hirschwurz-Haarstrang, kurz auch nur als Hirschwurz bezeichnet, handelt es sich um eine sehr alte Pflanzengattung, von deren langer Geschichte Fossilien aus dem Pliozän (vor circa 5 bis 1,5 Mio. Jahren) Zeugnis geben. Der Gattungsname stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Haarstrang. Die Gattung umfasst 100 bis 120 Arten, von denen aber nur sechs als Gartenstauden bedeutsam sind. Eine der meistverwendeten ist die in Mitteleuropa beheimatete Hirschwurz – Peucedanum cervaria. In Italien, Nordspanien, Albanien, aber auch im Baltikum findet man sie in lockeren Tro ckenwäldern und an sonnigen Säumen auf vorwiegend kalkhaltigen Böden.

Merkmale: Die Stengel der 150 cm hohen, straff aufrechten Staude sind fast blattlos, markig, mit feinen Rillen. Die Pflanzen entwickeln sich zunächst sehr langsam und brauchen zwei Jahre, um ihre stattliche Gestalt auszubilden. Die derben, fast ledrigen Blätter sind zwei- bis dreifach gefiedert, die eiförmigen Blättchen sind scharf gesägt, grannenspitzig und unterseits blaugrün. Besonders dekorativ ist der häufig rötliche Blattaustrieb. Die weißen, beim Aufblühen häufig rötlich überlaufenen Blüten erscheinen im Juli bis September zu 15 bis 30 Einzelblüten je Dolde. Der Kronensaum der kleinen Einzelblüten ist deutlich fünfzähnig, die Hüllblätter sind zurückgeschlagen. Die Doldenstrahlen sind flaumig behaart. Ab September reifen zahlreiche 4 bis 6 mm lange und 3 bis 4 mm breite Früchte, über die sich die Pflanzen an günstigen Standorten gut verbreiten, ohne lästig zu werden. Die Pflanzen bilden eine kräftige Rübenwurzel aus.

Standort und Verwendung: Peucedanum cervaria bevorzugt trockene, sonnige Standorte auf möglichst durchlässigen, kalkhaltigen Böden und wächst auch gut auf skelettreichen Rohböden. Die strukturstabile Art ist eine beliebte Gerüststaude für Staudenmischpflanzungen auf sonnigen Freiflächen und wirkt in Naturgärten ebenso wie auf Parkwiesen, im Verkehrsbegleitgrün oder in jedem sonnigen Hausgarten, sollte jedoch nicht großflächig, sondern einzeln oder in lockeren Gruppen gepflanzt werden.


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