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Heuchera villosa var. macrorrhiza
Meine Empfehlung für den August gilt einer Blattschmuckstaude, die auch an trockenen, schattigen Plätzen eine gute Figur abgibt, unter den unendlich vielen Hybrid-Sorten der Gattung Heuchera aber zu Unrecht wenig Beachtung findet – dem Spitzblättrigen oder Samtigen Purpurglöckchen.
Herkunft und Name: Wie die meisten der 55 Heuchera-Arten stammt die Art aus Nordamerika. Die Gattung Heuchera zählt zur Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae). Der Gattungsname villosa bedeutet so viel wie zottig, behaart und weist auf die weich behaarten Blätter hin, die zur Trockenheitsverträglichkeit dieser Staude beitragen.
Merkmale: Die Art gehört zu den grünlaubigen Arten. Sie hat etwa 20 cm große, smaragdgrüne, weichbehaarte Blätter, spitz gelappt und gezähnt, ohne den für viele neue Sorten typischen gewellten Blattrand und die auffällige Blattzeichnung. Das Laub ist wintergrün und färbt sich in der kalten Jahreszeit orangerot. Die Blütenstängel sind blattlos und erreichen 80 bis 90 cm, sind jedoch deshalb an nährstoffreichen Standorten nicht immer ganz standfest. Als Spätsommer- und Herbstblüher erscheinen im August die kleinen cremeweißen Blüten mit grünen Kelchblättern zahlreich in den bis zu 20 cm langen Rispen. Sie sind bis in den Oktober sehr dekorativ.
Standort und Ansprüche: Sonniger Gehölzrand und lichter Schatten unter Gehölzen im trockenen bis mäßig frischen Bereich (G1-2, GR1-2). Besonders hervorzuheben ist ihre Trockentoleranz. Sie gilt als gute Alternative oder Ergänzung zu Geranium macrorrhizum. Vermehrt wird diese Heuchera wie alle verwandten Arten durch Teilung.
Begleitpflanzen: Der Gemeine Schneeball ( Viburnum opulus ) oder der Rote Perückenstrauch (Cotynus cogyggria ‘Royal Purple’) bieten sich an. Auch mit herbstblühenden Stauden oder Gräsern lassen sich kontrastreiche Pflanzenbilder gestalten. Gute Nachbarn sind Sorten der Herbstanemone, verschiedene Storchschnabel-Arten und -Sorten, die rote Form der Mandelblättrigen Wolfsmilch ( Euphorbia amygdaloides ’Purpurea’), andere Heuchera-Arten und -Sorten, verschiedene Arten von Seggen (Carex), die Schmiele ( Deschampsia caespitosa ) in Sorten oder die Waldmarbel ( Luzula sylvatica). Mein Geheimtipp ist die Benachbarung mit der im Herbst intensiv rot-orangefärbenden Dreiblattspiere (Gillenium trifoliata), die es jedoch etwas frischer mag (GR2, G2), was aber für Heuchera villosa var. macrorrhiza auch kein Problem ist.
